Wochenrückblick: Neue Ozempic‑Dosis, Reformbremsen und Frauenherzen
Ozempic bald in 2-mg-Dosis, Streit um Apothekenreform und Honorar, mehr Fokus auf Frauenherzen und warum ein Sparvorschlag bei Zähnen am Ende teurer werden könnte – hier kommt dein Wochenrückblick.
Ozempic: neue Maximaldosis kommt als Fertigpen
Novo Nordisk erweitert Ozempic® um eine 2-mg-Stärke Semaglutid: Ab 15. Februar 2026 soll ein zusätzlicher Fertigpen verfügbar sein, der die Maximaldosis pro Injektion abdeckt. Gedacht ist die höhere Dosis für Patient:innen mit Typ-2-Diabetes, bei denen 1 mg einmal wöchentlich nicht ausreicht. In Studien zeigte die 2-mg-Dosis eine stärkere HbA1c-Senkung und eine klinisch relevante Gewichtsabnahme – bei vergleichbarem Nebenwirkungsprofil. Für die Offizin heißt das: Genau hinschauen, wofür die Verordnung gedacht ist (Diabetes vs. Adipositas), denn Wegovy® enthält Semaglutid zwar ebenfalls hochdosiert (bis 2,4 mg), ist aber anders indiziert.
Apothekenreform: Bundesrat bremst bei PTA-Vertretung und Zweigapotheken
Die Länder haben im Bundesrat deutliche Kritik an der geplanten Apothekenreform geäußert. Konkret lehnen sie die vorgesehenen Regeln zur PTA-Vertretung sowie Erleichterungen bei Zweigapotheken ab. Stattdessen bringen sie erneut einen Grundkostenzuschlag für Apotheken ins Spiel. Für Teams vor Ort ist das ein wichtiges Signal: Viele Details, die direkt die Personal- und Versorgungsrealität betreffen, sind politisch noch nicht „durch“. Entsprechend lohnt es sich, weiterhin das Thema im Auge zu behalten, und auch für PTA, sich für ein Fortbildungszertifikat zu qualifizieren. Es ist viel in Bewegung – aber längst nicht alles endgültig entschieden.
Frauenherzgesundheit: Prävention als Stellschraube
Beim Thema Herz-Kreislauf ist die Botschaft dieser Woche klar, denn am 06.02.2026 war der Tag der Frauenherzgesundheit. Warum er so wichtig ist: Frauen werden weiterhin zu oft zu spät erkannt und konsequent behandelt, obwohl Prävention enorme Effekte haben kann. Fünf klassische, gut beeinflussbare Risikofaktoren stehen im Fokus (u. a. Hypertonie, Dyslipidämie, Diabetes, Adipositas, Rauchen). Große Datensätze deuten darauf hin, dass ein erheblicher Anteil kardiovaskulärer Ereignisse vermeidbar wäre – und dass Frauen besonders profitieren, wenn Risikofaktoren früh adressiert werden.
Für die Apotheke ist das ein dankbares Beratungsfeld: Blutdruck-Check, Adhärenz-Gespräche, Rauchstopp-Motivation und der Hinweis auf geschlechtsspezifische Symptome (z. B. atypische Beschwerden) können echte Lücken schließen.
„Wir werden für dumm verkauft“: BVDAK fordert Termin fürs Honorar
Deutlich emotional wurde es beim Kooperationsgipfel, der vom 04. bis zum 05.02.2026 in München stattfand: BVDAK-Chef Stefan Hartmann kritisierte dort mit deutlichen Worten die politischen Versprechen zur Honorarerhöhung, und verlangte ein konkretes Datum, wann das Apothekenhonorar angepasst wird. Zwar gebe es positive Ansätze im ApoVWG, beispielsweise mehr Impfangebote und mehr Tests, die in den Apotheken durchgeführt werden dürfen, doch ohne verlässliche Honorarperspektive bleibe die Umsetzung für viele Betriebe unrealistisch.
Der Ton zeigt: In der Branche wächst die Ungeduld – und damit auch der Druck auf die Politik, aus Ankündigungen planbare Schritte zu machen. Ohne diese Perspektiven werden weiterhin viele Apotheken schließen müssen, weil sich keine Nachfolger mehr finden.
GKV und Zähne: Sparidee mit Risiko auf Mehrkosten
Ein Schreck für viele gesetzlich Versicherten: Ein CDU-naher Wirtschaftsverband brachte den Vorschlag ins Spiel, Zahnbehandlungen aus der GKV-Erstattung zu streichen. Fachleute bezweifeln jedoch, dass das tatsächlich auf Dauer Gelder einspart – im Gegenteil: Wenn Prävention und frühe Versorgung wegfallen oder aufgeschoben werden, könnten spätere, aufwendigere Behandlungen teurer werden. Politisch ist das Thema sofort heißgelaufen: Auch aus der Bundesregierung kamen ablehnende Signale gegenüber einer „Privatisierung“ der Zahnarztkosten. Für Apothekenteams ist der Punkt kommunikativ wichtig: Vielen Versicherten ist es ohnehin heute schon unklar, was die Kasse beim Zahnarzt zahlt – hier hilft eine sachliche Einordnung, bevor sich Panik festsetzt.