Nasensprays richtig anwenden

Nasenspray rein, kräftig hochziehen – fertig? Ganz so einfach ist es nicht. Auf diese typischen Fehler solltest du Kund:innen im HV ansprechen.

Treffsicher statt tief einatmen

Die Nase ist dicht, der Griff zum Nasenspray schnell getan. Doch die Anwendung ist weniger banal, als sie wirkt. Wer einfach „rein und kräftig hochziehen“ empfiehlt, riskiert, dass ein Teil des Wirkstoffs im Rachen landet oder die empfindliche Nasenscheidewand unnötig gereizt wird. Gerade zum Start der Erkältungssaison lohnt sich deshalb ein kurzer Anwendungstipp im HV.

Vorher Nase frei machen

Vor der Anwendung sollten deine Kund:innen die Nase vorsichtig schnäuzen. Je nach Präparat muss das Spray vor Gebrauch geschüttelt werden; bei Pump- oder Dosiersprays kann vor der ersten Anwendung oder nach längerer Pause außerdem ein Ansprühen nötig sein, bis ein gleichmäßiger Sprühnebel entsteht. Hier gilt immer die jeweilige Gebrauchsinformation.

Dann kommt es auf die Richtung an: Der Kopf bleibt aufrecht oder wird leicht nach vorn geneigt. Die Sprühöffnung wird nur ein Stück in das Nasenloch eingeführt und nicht auf die Nasenscheidewand, sondern leicht nach außen, ungefähr in Richtung des gleichseitigen Ohres, gerichtet. Praktisch funktioniert das oft am besten mit der „Über-Kreuz-Technik“: linke Hand für das rechte Nasenloch und rechte Hand für das linke. So zeigt die Düse automatisch eher zur seitlichen Nasenwand. Das kann Schleimhautreizungen und Nasenbluten am Septum reduzieren.

Nicht kräftig hochziehen

Während des Sprühstoßes reicht ein sanftes Einatmen durch die Nase. Wer kräftig hochzieht, befördert das Arzneimittel eher in den Nasen-Rachen-Raum. Ein bitterer Geschmack im Hals kann ein Hinweis darauf sein, dass zu viel Spray nach hinten gelangt ist. Nach der Anwendung wird die Düse abgewischt und die Schutzkappe wieder aufgesetzt. Aus hygienischen Gründen sollte ein Nasenspray grundsätzlich nur von einer Person benutzt werden.

Kommt statt eines feinen Nebels plötzlich nur noch ein Strahl, oder gar nichts mehr, sollte die Öffnung nicht mit einer Nadel „freigestochen“ werden. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnte 2026 erneut davor: Dabei kann der Sprühmechanismus beschädigt und die korrekte Dosisabgabe beeinträchtigt werden. Gerade bei Suspensionssprays können Rückstände den Sprühkopf zusetzen. Deshalb Reinigung und erneutes Ansprühen immer so durchführen, wie es die Gebrauchsinformation vorgibt.

Abschwellend heißt: nur kurzzeitig

Bei erkältungsbedingter verstopfter Nase kommen häufig Alpha-Sympathomimetika wie Xylometazolin oder Oxymetazolin zum Einsatz. Sie lassen die Schleimhaut rasch abschwellen, sind aber keine Dauerlösung. Abschwellende Nasensprays und -tropfen sollten ohne ärztlichen Rat in der Regel nicht länger als fünf bis sieben Tage angewendet werden. Bei längerer oder zu häufiger Anwendung droht ein Rebound-Effekt bis hin zur Rhinitis medicamentosa: Die Schleimhaut schwillt nach Abklingen der Wirkung erneut an, wodurch immer häufiger nachgesprüht wird.

Wichtig für die Beratung: Nicht jedes Nasenspray gehört in diese Kategorie. Antiallergische oder Glukokortikoid-haltige Nasensprays haben beispielsweise eigene Anwendungsschemata und können je nach Präparat über längere Zeit eingesetzt werden. Die „Sieben-Tage-Regel“ darf deshalb nicht pauschal auf alle Nasalia übertragen werden.

Was ist bei Nasentropfen wichtig?

Nasentropfen sind vor allem bei kleinen Kindern weiterhin relevant. Auch hier zuerst die Nase möglichst von Sekret befreien. Bei klassischen Tropfflaschen wird der Kopf zum Einträufeln zurückgeneigt; anschließend kann das Vorbeugen und vorsichtige Bewegen des Kopfes die Verteilung in der Nase unterstützen. Entscheidend bleibt jedoch die jeweilige Gebrauchsinformation, denn Applikatoren und Anwendung können sich unterscheiden.

Die vorgeschriebene Tropfenzahl muss genau eingehalten werden. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern ist bei abschwellenden Wirkstoffen auf Konzentration, Altersfreigabe und exakte Dosierung zu achten. Schon bei Xylometazolin gibt es je nach Alter unterschiedliche Konzentrationen und Dosiersysteme – ein guter Grund, bei der Abgabe nicht einfach nur nach „Nasentropfen für Kinder“ zu fragen.

Bei Pipetten gilt außerdem: Die Spitze möglichst nicht mit der Nasenschleimhaut berühren. Wird eine Pipette benutzt, sollte sie zusammengedrückt aus dem Nasenloch herausgezogen werden, damit kein Nasensekret in das Behältnis zurückgesaugt wird.