Der PTA-Beruf – unverzichtbar seit 1968

Rund zwei Drittel der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken sind PTA – eine zentrale Säule im Apothekenteam. Ihre Rolle ist heute unverzichtbar, doch der Beruf hat sich seit seiner Entstehung stark gewandelt.

Beruf PTA – Entstehung und gesetzliche Grundlagen

Bereits 1954 äußerten Apotheker den Wunsch nach einem neuen Assistenzberuf, um sich von „untergeordneten Tätigkeiten zu befreien“. Bis 1973 wurden sogenannte Vorexaminierte bzw. Apothekerassistenten ausgebildet. Nach der Reform der Studienordnung war der Zugang zum Apothekerberuf nur noch über ein Hochschulstudium möglich.

Um die entstehende Lücke zu schließen, veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit 1964 einen ersten Entwurf für den neuen Beruf der Pharmazeutisch‑technischen Assistent:innen. Am 24. März 1968 trat das Gesetz über den Beruf des PTA schließlich in Kraft. Mit dem PTA‑Reformgesetz vom 13. Januar 2020 wurde die Ausbildung umfassend modernisiert. Gleichzeitig rief die AMIRA‑Welt im Januar 2020 den „Tag der PTA“ am 24. März ins Leben – als Anerkennung für die wichtige Rolle der PTA im Gesundheitswesen.

Aufgaben der PTA im Wandel

Kaum ein Bereich verändert sich so schnell wie das Gesundheitswesen – und damit auch die Anforderungen an PTA. Während PTA 1968 vor allem im Labor bei der Prüfung von Ausgangsstoffen sowie in der Rezeptur tätig waren und stets „unter Aufsicht“ arbeiteten, können viele Tätigkeiten heute auch „unter Verantwortung“ eines Apothekers bzw. einer Apothekerin durchgeführt werden.

Die klassische Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln spielt heute eine geringere Rolle, außer in Krankenhausapotheken oder bei Apotheken mit Zytostatikaherstellung. Im Mittelpunkt der Arbeit in öffentlichen Apotheken steht heute die fachkundige Beratung von Kund:innen. PTA müssen nicht nur ein tiefes Wissen über Arzneimittel besitzen, sondern sich auch im umfangreichen Randsortiment – Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte – sowie in gesetzlichen Vorgaben auskennen.

Etwa 80 % aller Arzneimittel werden in Apotheken durch PTA abgegeben.

Voraussetzungen, Ausbildung & Anforderungen

Die Ausbildung zur PTA umfasst:

  • zwei Jahre Berufsfachschule
  • ein sechsmonatiges Praktikum
  • Voraussetzung: Realschulabschluss oder höher

 

Nach bestandener Abschlussprüfung gehören PTA zum pharmazeutischen Personal – neben Apotheker:innen, Pharmazieingenieur:innen, Pharmazeut:innen im Praktikum, PTA‑Praktikant:innen und Apothekerassistent:innen.

Wichtige persönliche Eigenschaften:

  • Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit
  • Kommunikationsstärke und Fortbildungsbereitschaft
  • Feinmotorische Fähigkeiten und technisches Verständnis

 

Einsatzorte sind öffentliche Apotheken, Krankenhausapotheken, pharmazeutische Industrie, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Krankenkassen oder Schulen.

PTA heute: Zahlen, Arbeitsbereiche & Karrierewege

Laut ABDA‑Apothekenwirtschaftsbericht 2025 arbeiten mehr als 70.000 PTA in öffentlichen Apotheken in Deutschland. Trotz begrenzter Karriere- und Verdienstmöglichkeiten bleibt der Beruf beliebt – besonders für Menschen, die naturwissenschaftlich interessiert sind und gerne mit Menschen arbeiten.

Ein großer Vorteil ist die hohe Flexibilität: Kaum ein Beruf ermöglicht Teilzeitmodelle so gut wie der PTA-Beruf. Auch außerhalb der klassischen Apotheke – z. B. in der pharmazeutischen Industrie, Kosmetikbranche, Verwaltung oder Klinik – eröffnen sich vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten.

Sicher ist: Der PTA‑Beruf hat sich von einer reinen Assistenzfunktion zu einer vielseitigen, verantwortungsvollen und unverzichtbaren Säule des deutschen Gesundheitswesens entwickelt.