Herzgesundheit digital gedacht

Digitale Tools können Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beispielsweise dabei helfen, ihren Blutdruck zu überwachen und die Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Dabei ist es wichtig, die Grenzen zu kennen.

Warum digitale Lösungen für Herzpatienten wichtig sind

Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Wearables bieten neue Möglichkeiten, die Therapie zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern. Sie helfen bei der Überwachung von Vitalparametern, fördern die Therapietreue und ermöglichen eine bessere Kommunikation zwischen Patientin und Ärztin. Apothekenteams können dabei eine wichtige Rolle bei der Auswahl und Beratung spielen.

Welche Apps gibt es und sind sie erstattungsfähig?

In Deutschland können bestimmte Apps als DiGA zugelassen werden, wenn sie vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft wurden. Beispiele sind Apps zur Blutdruckkontrolle (actensio), zur Unterstützung bei Herzinsuffizienz (ProHerz) oder zur Blutdruckontrolle und gleichzeitig Gewichtsreduktion (Oviva Direkt Bluthochdruck). Diese Anwendungen sind in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen und können von Ärzt:innen verschrieben werden. Die letztgenannte App ist übrigens die erste DiGA mit Dual-Wirkung. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Wichtig: Nicht jede Gesundheits-App ist eine DiGA. Viele frei verfügbare Apps bieten zwar nützliche Funktionen, sind aber nicht erstattungsfähig.

Wearables: Mehr als nur Fitness-Tracker

Wearables wie Smartwatches oder Brustgurte messen Herzfrequenz, Aktivität und teilweise sogar EKG-Daten. Für Herzpatientinnen können diese Geräte eine wertvolle Ergänzung sein, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Allerdings sind die Daten nicht immer medizinisch validiert. Deshalb solltest du Kundinnen darauf hinweisen, dass Wearables ärztliche Diagnosen nicht ersetzen. Sie sind ein zusätzliches Monitoring-Tool, kein Ersatz für die ärztliche Betreuung.

Beratungstipps 

Apothekenteams können betroffenen Erkrankten helfen, die passende digitale Lösung zu finden. Kläre zunächst, ob eine ärztliche Verordnung für eine DiGA vorliegt. Informiere über die Unterschiede zwischen erstattungsfähigen Apps und Lifestyle-Anwendungen. Weise darauf hin, dass Datenschutz und Datensicherheit entscheidend sind. Empfiehl, die Geräte regelmäßig zu kalibrieren und die Daten kritisch zu hinterfragen. Außerdem könnte es sich lohnen, die Kundin bzw. den Kunden auf ergänzende Maßnahmen wie regelmäßige Blutdruckkontrollen in der Apotheke hinzuweisen.

Digital Health: Chancen und Grenzen

Digitale Technologien eröffnen neue Wege in der Prävention und Therapie von Herzerkrankungen. Sie ermöglichen eine personalisierte Betreuung und können die Adhärenz verbessern. Gleichzeitig gibt es Grenzen: Nicht alle Patientinnen sind technikaffin und die Datenqualität ist nicht immer garantiert. Deine Aufgabe ist es, realistische Erwartungen zu vermitteln und die Kund:innen dabei zu unterstützen, digitale Tools sinnvoll in ihren Alltag zu integrieren.

Fazit

Apps und Wearables sind wertvolle Werkzeuge für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn sie richtig eingesetzt werden. Du kannst entscheidend dazu beitragen, dass digitale Lösungen sicher und effektiv genutzt werden.