Wiederbelebung – Jede und jeder verdient die Chance

<p>Wiederbelebung geht uns alle an, denn: Eine Situation, in der Wiederbelebung überlebensnotwendig ist, kann jederzeit und überall auftreten. Ob wir eine Wiederbelebung durchführen müssen oder im schlimmsten Fall selber Maßnahmen benötigen:</p>

Jede:r sollte wissen, wie eine richtige Herzmassage durchgeführt wird.

Um das Bewusstsein für die Bedeutung von Wiederbelebungsmaßnahmen zu fördern, findet jedes Jahr am 16. Oktober der internationale „World Restart a Heart Day“ (WRAH) statt. Ziel dieses besonderen Aktionstag ist, die Bedeutung außerklinischer Herz-Kreislaufstillstände zu stärken und weltweit so viele Menschen wie möglich in Wiederbelebungsmaßnahmen zu schulen. Das diesjährige Motto steht bereits fest: „Wiederbelebung – Jede und jeder verdient die Chance“

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 60.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Nur zehn Prozent der Betroffenen überleben solch einen Notfall. Dabei ist Hilfe oft nicht weit entfernt: Familienangehörige, Passanten oder Arbeitskolleg:innen können sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten. Rund 10.000 Menschenleben könnten jedes Jahr zusätzlich gerettet werden, wenn sich mehr Menschen eine sofortige Herzdruckmassage zutrauen würden. Dafür bieten verschiedene Hilfsorganisationen zudem an vielen Orten Erste-Hilfe-Kurse an.

CAVE: Trotz potenzieller Risiken für den Patienten und deiner natürlichen Scheu und Angst andere Menschen ungefragt anzufassen, solltest du in einer Notsituation nicht vor einer Reanimation zurückschrecken – das Leben des oder der Betroffenen hängt in diesem Moment von dir ab!

Wann führe ich eine Reanimation durch?

Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ist immer dann nötig, wenn in einem akuten Notfall lebenswichtige Organe oder Organsysteme eines oder einer Betroffenen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Der Grund dafür ist meist ein Herzstillstand beziehungsweise eine zu geringe Pumpleistung des Herzmuskels, etwa bei Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder einer Herzbeuteltamponade (Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel, die das Herz zusammendrückt). Äußere Einwirkungen wie Ersticken, Vergiftungen oder Ertrinken können ebenfalls zu einem Herzstillstand führen.

Typische Symptome für mangelnde Sauerstoffversorgung: Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Schnappatmung (unkontrollierte Zwerchfellzuckungen) sowie ein fehlender oder zu schneller Herzschlag.

Basismaßnahmen bei einer Reanimation

Die Basismaßnahmen werden unter „basic life support“ (kurz: BLS) zusammengefasst. Diese können und sollen auch von Laien bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt werden, damit das Herz und Gehirn des oder der Betroffenen ausreichend mit Blut versorgt werden. Dazu gehören:

• Patient:in ansprechen und seine/ihre Reaktion prüfen

• Atmung und Puls prüfen

• Notruf unter 112 absetzen

• Unmittelbar danach mit der Herzdruckmassage beginnen

• Atemspende, falls mehrere Leute anwesend sind und sich jemand auskennt

• sofern verfügbar: Automatisierten externen Defibrillator (AED) anwenden

Danach wird von medizinisch geschultem Personal erweiterte Reanimationsmaßnahmen („advanced life support“, kurz: ALS) durchgeführt.

So führst du eine Herzdruckmassage durch

Zuerst sei gesagt, dass die Herzdruckmassage die entscheidende Maßnahme für das Überleben des oder der Patien:in ist. Mit dieser lässt du das Blut weiter im Körper zirkulieren und sicherst so die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Beginne damit so früh wie möglich, natürlich erst nach dem Absetzen des Notrufs.

  1. Lege die reglose Person flach auf einen harten Untergrund und mache ihren Oberkörper frei.
  2. Seitlich kniend setzt du nun den Handballen auf die Mitte des Brustbeins, lege die zweite Hand auf die erste und verschränken die Finger miteinander.
  3. Drücke kräftig (rund 5 bis 6 Zentimeter tief) in einem Tempo von zwei Stößen pro Sekunde auf die Mitte des Brustkorbs, sodass du auf 90 – 100 Stöße die Minute kommst. Um den richtigen Rhythmus zu finden, kann der Refrain des Bee-Gee-Songs "Staying Alive" eine gute Orientierung sein. Mit diesem Rhythmus bleibt man genau im benötigten Takt. Bedenke dabei: Bei korrekt durchgeführter Herzdruckmassage können Rippenbrüche vorkommen. Dies ist ein Zeichen, dass genügend Druck im Brustkorb aufgebaut wird – wenn es also „knackt“ ist das kein Grund, die Reanimation zu beenden!
  4. Wenn es sich Laien zutrauen und mehrere Ersthelfer:innen anwesend sind, ist nach dem 30-maligen Drücken die Nase mit Fingern zu verschließen und dann zweimal Luft in den Mund zu pusten, bis sich der Brustkorb hebt.
  5. Herzdruckmassage und Beatmung fortsetzen: Den Prozess – entweder nur Drücken oder noch besser im Wechsel 30-mal Drücken und zweimal Beatmen – fortsetzen, bis der/die Patient:in wieder atmet oder der Rettungsdienst vor Ort ist.

Ab sofort stellt der GRC („German Resuscitation Council“) auch zusätzliche Infomaterialien wie beispielsweise Flyer, Poster oder Postkarten zur Verfügung. Diese findest du hier.