Wochenrückblick: Wegovy als Tablette, PTA-Ausbildung, Lithium-Warnung

Neue Darreichungsform von Semaglutid, Reformforderungen der PTA-Schulen, Warnung vor lithiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln sowie neue Erkenntnisse zu Ernährung und Krebsrisiko: Hier kommt dein Wochenrückblick.

Neue Darreichungsform: Wegovy als Tablette zugelassen

Mit der Markteinführung von Wegovy als Tablette steht Semaglutid seit dem 1. September 2026 erstmals auch als orale Therapie zur Gewichtsregulierung zur Verfügung. Zugelassen ist die neue Darreichungsform für Erwachsene mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²) oder Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m²) mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Die Europäische Kommission erteilte die Zulassung im Juli 2026. Laut Hersteller ist Semaglutid aktuell der erste und einzige in der EU zugelassene GLP-1-Rezeptoragonist in Tablettenform. Die Behandlung erfolgt einmal täglich mit schrittweiser Dosissteigerung bis zur Erhaltungsdosis von 25 mg und ergänzt weiterhin eine kalorienreduzierte Ernährung sowie mehr körperliche Aktivität.

Die Wirksamkeit der oralen Form wurde in der Phase-IIIb-Studie OASIS 4 belegt: Nach 64 Wochen sank das Körpergewicht unter Semaglutid durchschnittlich um 13,6 %, verglichen mit 2,2 % unter Placebo. Das Sicherheitsprofil entspricht weitgehend dem der bekannten Injektionsform. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Die Tablette muss morgens nüchtern mit wenig Wasser eingenommen werden; anschließend sind mindestens 30 Minuten bis zum Essen, Trinken oder der Einnahme anderer Medikamente einzuhalten. Damit erweitert Wegovy die therapeutischen Optionen für Patient:innen, die eine orale Alternative zur wöchentlichen Injektion bevorzugen.

PTA-Schulen fordern Reform statt bloßer Ausbildungsverlängerung

Die PTA-Ausbildung sollte nach Ansicht der Schulen deutlich praxisnäher und attraktiver werden. Das zeigt eine bundesweite Umfrage des BVpta unter 57 PTA-Schulen. Zwar kann sich die Mehrheit eine Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre vorstellen, diese werde jedoch nur in Verbindung mit einer umfassenden Reform als sinnvoll erachtet. Im Mittelpunkt stehen ein stärkerer Praxisbezug, frühzeitige Einsätze in Apotheken sowie die engere Verzahnung von Theorie und Praxis, etwa über ein duales Ausbildungsmodell.

Großen Handlungsbedarf sehen die Schulen zudem bei der Ausbildungsvergütung. Diese könne den Beruf für junge Menschen attraktiver machen, finanzielle Hürden senken und Ausbildungsabbrüche reduzieren. Gleichzeitig fordern die Befragten ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen, modernisierte Lehrpläne sowie eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung des PTA-Berufs. Der BVpta will die Ergebnisse nun in die politische Diskussion um die Zukunft der PTA-Ausbildung einbringen.

BVL warnt vor lithiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel in der Europäischen Union verboten sind. Trotz entsprechender Werbeversprechen zu „mentaler Klarheit“, „innerer Ruhe“ oder „kognitiver Leistungsfähigkeit“ ist Lithium weder für Nahrungsergänzungsmittel noch zur Anreicherung anderer Lebensmittel zugelassen. Nach Einschätzung des BVL kann bereits eine moderate Erhöhung des Lithiumspiegels gesundheitlich relevante und teils schwerwiegende Folgen haben.

Mögliche Anzeichen einer Lithiumvergiftung reichen von starkem Durst, Übelkeit, Erbrechen und Zittern bis hin zu neurologischen Störungen, Verwirrtheit oder Sehstörungen. Schwere Vergiftungen können Krampfanfälle, Koma oder sogar den Tod verursachen. Das BVL betont daher, dass Lithium ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden sollte und als Lebensmittel deklarierte Produkte mit zugesetzten Lithiumverbindungen als nicht sichere Lebensmittel beziehungsweise nicht zugelassene Arzneimittel einzustufen sind. Das Inverkehrbringen solcher Produkte ist daher verboten.

Studie: Zuckerhaltige Getränke mit erhöhtem Magenkrebsrisiko assoziiert

Der regelmäßige Konsum zuckerhaltiger Getränke könnte das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Darauf weist eine US-amerikanische Beobachtungsstudie des Mass General Brigham Cancer Institute hin, die Daten von mehr als 112.000 Teilnehmern über mehrere Jahrzehnte ausgewertet hat. Personen, die täglich mindestens ein zuckerhaltiges Getränk konsumierten, wiesen im Vergleich zu Personen mit einem Konsum von weniger als einer Portion pro Monat ein 2,45-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Magenkarzinoms auf. Auch eine höhere Fruktoseaufnahme war mit einer erhöhten Magenkrebsinzidenz verbunden.

Für künstlich gesüßte Getränke zeigte sich hingegen kein Zusammenhang mit einem erhöhten Magenkrebsrisiko. Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, sodass ein ursächlicher Zusammenhang nicht nachgewiesen werden kann. Dennoch liefern die Ergebnisse weitere Hinweise darauf, dass der regelmäßige Konsum zuckerhaltiger Getränke möglicherweise zur Entstehung bestimmter Krebserkrankungen beiträgt. Weitere Studien sollen die beobachteten Zusammenhänge und mögliche biologische Mechanismen untersuchen.

Gesunde Ernährung: Ärzte und Apotheker sind wichtigste Informationsquelle

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Heristo AG messen drei von vier Menschen in Deutschland der Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit bei. Wie die dpa berichtet, achten 75 Prozent der Befragten heute stärker auf ihre Ernährung als noch vor einigen Jahren. Das Ziel, durch die Ernährung gesund alt zu werden, ist dabei kein reines Thema älterer Menschen: Auch 60 Prozent der 16- bis 29-Jährigen wären bereit, dafür Geld auszugeben. Besonders wichtig für gesundes Altern sind nach Einschätzung der Befragten körperliche und geistige Fitness.

Vertrauenswürdigste Informationsquellen rund um Ernährung sind laut der Studie Ärzte und Apotheker, während Social Media und Influencer nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Bereitschaft, für gesundheitsfördernde Lebensmittel mehr zu bezahlen, ist jedoch begrenzt: Die meisten Befragten akzeptieren einen Preisaufschlag von bis zu fünf Prozent, höhere Aufpreise werden deutlich seltener akzeptiert. Natürliche Zutaten und ein reduzierter Zuckergehalt gelten dabei als die wichtigsten Argumente für einen höheren Preis. Wie die dpa weiter berichtet, bevorzugen zwei Drittel der Befragten proteinreiche Alltagslebensmittel wie Eier, Fleisch oder Milchprodukte gegenüber speziellen Proteinpräparaten.