Achtsamkeit – deine Dauermedikation gegen Stress im (Berufs-)Alltag
Am kommenden Sonntag ist der Tag der PTA. Was kann zu diesem Tag passender sein als ein paar Tipps, mit denen du deinen stressigen Job besser überstehst. Begleite uns auf der Reise zu mehr Achtsamkeit im aufreibenden Apothekenalltag.
Der Apotheker:innen-Alltag ist ein Kaleidoskop aus Rezepten und Rezeptur, Kundenanfragen und -beratung, ständigen Telefonaten, Bürokratiekram und einer Fülle weiterer Verantwortlichkeiten. Die Ansprüche häufen sich, und in dem Bestreben, stets für andere da zu sein, vergessen wir oft, auf uns selbst zu achten. Das kommt dir bekannt vor? Dann nimm dir ein Beispiel an Stefanie.
Stefanie ist seit acht Jahren als PTA in ein und derselben Apotheke beschäftigt. Die 29-Jährige schätzt ihr Team und kommt auch mit der Apothekenleitung gut zurecht, selbst wenn es hie und da Reibereien wegen des Dienstplans gibt. Trotzdem: Man ist freundlich zueinander und für ein aufmunterndes Lächeln zu den Teammitgliedern bietet der Job allemal Gelegenheit. Auch um die vielseitigen Bedürfnisse ihrer Kundschaft kümmert Steffie sich leidenschaftlich. Allerdings nehmen die stressigen Seiten ihres Jobs immer mehr zu: Immer häufiger sind Medikamente zeitweise nicht lieferbar. Und das E-Rezept läuft auch noch nicht wie versprochen. Zwischendrin „business as usual“ – vom Auffüllen der Regale bis hin zur Koordination von Bestellungen. Mal richtig „Durchatmen“, das bleibt inmitten des stetigen Trubels oft auf der Strecke.
Kleine Ruhe-Inseln schaffen, sagt der Achtsamkeits-Ratgeber
Beim abendlichen Einkauf im Supermarkt springt Steffi an der Kasse die Schlagzeile einer Zeitschrift ins Auge: „Achtsamkeit ist der Schlüssel zum Glücklichsein“. Was sich dahinter verbirgt, will sie genauer wissen. Direkt am nächsten Tag kauft sie einen Achtsamkeits-Ratgeber und erfährt: Achtsamkeit bedeutet bewusster zu fühlen, zu denken und zu handeln. Trotz des Trubels innezuhalten, den Kopf freizumachen und sich immer mal wieder kleine Ruheinseln zu schaffen. „Dann habe ich gedacht: Das schaffe ich doch auch! Also habe ich ausprobiert, wie ich kleine Momente der Achtsamkeit in meinen Alltag integrieren kann. Was soll ich sagen: Gar nicht so schwer!“
Hier einige von Steffis Tipps und Tricks, mit denen auch du besser auf dich achten und deine mentale Gesundheit stärken kannst!
Bewusstes Atmen: „Klingt erstmal banal. Aber in stressigen Momenten kann bewusstes Atmen wahre Wunder wirken“, sagt Stefanie. Ihre Empfehlung: Die Augen schließen, drei Sekunden einatmen, drei Sekunden ausatmen. Dies hilft, den Geist zu beruhigen und den Körper zu entspannen. Und: Es muss ja auch nicht unbedingt vor den Kunden am HV-Tisch sein.
Aus Alltagsroutinen ausbrechen: Achtsamkeit bedeutet auch, aufmerksam zu sein und wahrzunehmen, was in dir und um dich herum vor sich geht. Und das klappt nicht, wenn man jeden Tag – „wie auf Autopilot“, sagt Steffi – dieselben Routinen abspult. Seitdem ihr das klar geworden ist, versucht sie immer wieder, kleine Änderungen an ihren Routinen vorzunehmen oder ab und an neue zu etablieren. „Ich versuche zum Beispiel, Kunden nicht immer mit denselben Worten zu begrüßen. Das hilft, den Geist aktiv zu halten.“
Handy weglegen: Auf dem Weg zur Arbeit noch schnell Social Media durchforsten, in der Mittagspause die Nachrichten lesen und auf dem Heimweg im Bus ein neues Spiel daddeln. Das Handy ist in Steffis Alltag ein ständiger Begleiter. „Jetzt übe ich mich hin und wieder in digital detox. Ich schaue nicht mehr bei jeder Gelegenheit auf den Bildschirm, sondern versuche, meine Umwelt bewusster wahrzunehmen. Beim Busfahren sehe ich jetzt öfter mal aus dem Fenster und betrachte Gebäude und Menschen inzwischen viel aufmerksamer und mitunter ganz anders als vorher.“
Auf die positiven Dinge konzentrieren
Bewusst genießen: „Man kann auch aus den kleinen Dingen Großes machen. Lass dir dein Mittagessen im wahrsten Sinn des Wortes auf der Zunge zergehen“, rät Steffi. „Konzentriere dich sich voll und ganz auf die Aromen, die auf der Gabel sind. Wie riecht das Essen? Wie schmeckt es?“ Und auch wenn unsere PTA den Klatsch und Tratsch mit ihren Kolleg:innen sehr schätzt - am besten klappt die Konzentration auf das Genuss-Erlebnis, wenn sie die Mittagspause ganz allein genießt. Deshalb begibt sie sich ab und an ganz bewusst in eine kurze Mittagspausen-Isolation.
Abendroutinen schaffen: Dir kreisen abends im Bett noch viele Gedanken im Kopf? Vielleicht machst du dir schon Sorgen um den nächsten Tag? Stefanie hat gelernt, dass eine klare Abendroutine dazu beiträgt, den Tag hinter sich zu lassen und besser einschlafen zu können. „Mir hat es beispielsweise geholfen, ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen und mir eine bewusste Körperpflege-Routine zu schaffen“, sagt sie. Außerdem weiß sie, dass „auch Yoga und Meditation dabei helfen, abends besser abzuschalten. Aber so weit bin ich noch nicht.“
Wende dich dem zu, was dir guttut: Natürlich gibt es immer Dinge, die wir im Alltag als lästig und kräfteraubend empfinden. Auf der anderen Seite ist vieles aber auch belebend und erfüllt uns mit positiven Gefühlen. „Ich koche zum Beispiel gerne. Seitdem ich mich mit dem Thema Achtsamkeit beschäftige, versuche ich, mich intensiver mit meinem Hobby zu befassen, es aktiver zu erleben und dadurch mehr Kraft daraus zu ziehen. Oft nehme ich etwas von dem selbstgekochten Essen mit für die Mittagspause und versuche, es dort zu genießen. Sagte ich ja schon…“ Die weniger schönen Dinge, meint sie, werde man nie ganz ausklammern können, doch durch die bewusste Auseinandersetzung mit dem Positiven gewinne man mehr Kraft, diese zu bewältigen.
Was vielleicht belanglos klingt, hat einen bedeutsamen Unterschied in Stefanies Leben gemacht. Seitdem sie die Achtsamkeits-Tipps berücksichtigt und regelmäßig in ihren Alltag integriert, fühlt sie sich sowohl körperlich als auch mental gestärkt. „Ich kann meine Energie seitdem viel einfacher den schönen Dingen im Leben zuwenden“, sagt sie. „Für mich sind meine Übungen und Routinen wie eine Dauermedikation gegen Stress im Berufsalltag. Und das Tolle ist: Sie funktioniert prima und hat keine Nebenwirkungen!“
AMIRA fragt: Hast du vielleicht noch weitere, individuelle Tipps, mit denen du deine Selbstwertschätzung erhöhst und dir deinen Alltag erleichterst? Dann teile sie gern in den Kommentaren! 😊

