COVID-19 und Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist
Welche Personen in Deutschland sind bei einer COVID-19-Erkrankung Haupt-Risikogruppe. Wie schwer wiegen bestimmte Vorerkrankungen auf und welchen Einfluss hat das Alter auf die Entwicklung ernsthafter Verläufe?
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich mit dem Thema COVID-19 und Risikogruppen befasst – es wurde die Altersgruppe der unter 80-Jährigen untersucht. Da Personen über diesem Alter immer einen schweren Verlauf befürchten müssen. Die letztendlich erfasste Liste mit 24 Krankheiten und Altersstrukturen wurde im Epidemiologischen Bulletin 19/2021 veröffentlicht und repräsentiert die Rangfolge mit hohem Risiko.
COVID-19 – die Hierarchie der Risikogruppen
Die angefertigte Aufstellung ist vor allem für gefährdete Gruppen relevant, da sie priorisiert und durch eine Impfung frühzeitig geschützt werden können. Die Impf-Priorisierung wurde bislang aufgrund internationaler Untersuchungen festgelegt. Mit der aktuellen RKI-Liste liegt erstmals eine Zusammenfassung für Deutschland vor. Insgesamt wurden für diese Studie 93.857 Personen mit COVID-19-Infektion in die Studienpopulation eingeschlossen.
Dabei untersuchten die RKI-Wissenschaftler:innen die Risikogruppen für 35 Vorerkrankungen und für verschiedene Altersgruppen. Sehr weit vorne liegen Personen, die an einer Krebserkrankung leiden, und demenzkranke Menschen. An erster Stelle stehen Patient:innen mit hämato-onkologischen Erkrankungen und haben einen Anteil schwerer COVID-19-Verläufe von 31,5 Prozent.
- Hämato-onkologische Erkrankungen mit Therapie
- Metastasierte solide Tumorerkrankungen mit Therapie
- Demenz
- Metastasierte solide Tumorerkrankungen ohne Therapie
- Herzinsuffizienz
- Alter 75 bis 79 Jahre
- Dialyse
- Solide Krebserkrankung mit Therapie
- Zirrhotische und schwere Leberkrankheiten
- Down-Syndrom
- Chronische Niereninsuffizienz
- Zustand nach Organtransplantation
- Alter 70 bis 74 Jahre
- Vorhofflimmern und Vorhofflattern
- Interstitielle Lungenerkrankung
- Alter 65 bis 69 Jahre
- Koronare Herzkrankheit
- Schwere psychische Erkrankungen
- Diabetes mellitus Typ I und II
- COPD und sonstige schwere Lungenerkrankungen
- Zerebrovaskuläre Erkrankungen
- Adipositas
- Neurologische Erkrankungen
- Alter 60 bis 64 Jahre
COVID-19-Risikopatient:innen-Tabelle – der Nutzen für deutsche Ärzt:innen
Hausärzte können sich an der publizierten Tabelle orientieren, wenn sie für ihre Patient:innen, die sich zur Impfung anmelden, eine Impfrangfolge festlegen möchten. Personen, die zu einer der betroffenen Gruppe gehören, können außerdem das persönliche Risiko besser einschätzen. Das hierarchische Verfahren kann eine Entscheidungshilfe bei Unsicherheiten zum Impfwunsch sein.
Seit dem 28. April 2021 waren laut Angaben des Impfdashboards des Bundesministeriums für Gesundheit über 22 Millionen Menschen in Deutschland impfwillig – über 26 Prozent Erstgeimpfte und fast acht Millionen vollständig geimpfte Personen.